FPÖ will Kulturinitiativen aushungern

20Sep12

Die FPÖ beantragt in der nächsten GR-Sitzung für das Wagnerfestival eine jährliche Subvention von je 80.000,- Euro für die Jahre 2014 und 2015. Hier geht es nicht um ideologische Fragen – die Zahlen und Fakten sprechen für sich: Vom städtischen Kulturbudget von insgesamt 220.000,- Euro jährlich soll also mehr als ein Drittel in dieses  Eliteprojekt fließen, das an zwei Tagen im Jahr eine Oper für 1.000 Besucherinnen und Besucher – die sich den Eintritt leisten können – bietet. Angesichts dieser Tatsachen kann man nur zu dem Schluss kommen, dass nicht die öffentliche Hand für das Vergnügen einiger Weniger zuständig sein kann. Diese Subvention gefährdet zahlreiche Kulturinitiativen, die das GANZE Jahr dazu beitragen, dass unsere Stadt ein so vielfältiges kulturelles Programm zu bieten hat. Der Antrag ist gleichsam eine Verhöhnung der vielen Kulturschaffenden, die großteils ehrenamtlich dafür arbeiten. Das wahre Gesicht der angeblichen „Partei des kleinen Mannes“ zeigt sich einmal mehr.

Das Tragische an der Geschichte ist, dass die ÖVP offenbar nicht daran vorbei kommen wird, diesen Antrag der FPÖ zu unterstützen, da Vize-Bgm. und Kulturreferentin Anna Eisenrauch sich beim Landeshauptmann für eine weitere Landesförderung des Wagnerfestivals stark gemacht hat. Die ÖVP würde sich damit aber ins eigene „Fleisch schneiden“ – ist doch das Kulturressort ihr eigenes. Eine Erhöhung des gesamten Kulturbudgets um eben diese 80.000,- Euro ist sicher nicht zu erwarten.

Veröffentlicht: OÖNachrichten Wels, Lesermeinung – 21.09.2012

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2 Responses to “FPÖ will Kulturinitiativen aushungern”

  1. Das ist jetzt aber nicht wahr, oder? Ich meine, wie blind muss man sein, um diesen Rechts-Wink mit dem Zaunpfahl zu übersehen? Für alle, die Aufklärung benötigen: Wagner war Hitlers Lieblingskomponist, der sämtliche germanische Heldengeschichten vertonte. Hitler und seine Helfer haben die schöne germanische Mythologie dazu missbraucht, um sich und allen rassisch „Reinen“, ein gutes Gewissen zu sichern, wenn sie mordeten, quälten und töteten.Mauthausen liegt nur 10 km von mir entfernt. Ich fahre jede Woche am Steinbruch von Langenstein vorbei und denke an die Gequälten und Geschundenen. Wenn ich dort immer schon gewohnt hätte, wärs mir wahrscheinlich egal, aber ich bin erst vor 4 Jahren dorthin gezogen und dort lebt ein eigener Menschenschlag! Ich weiß, was es heißt, dort zu leben. Der faule Geruch von Tod und Verderben hängt an manchen Tagen immer noch in und um Mauthausen. Nicht von ungefähr gibt es dort eine stark aktive Drogenszene. Was das eine mit dem Anderen zu tun hat: Die Bevölkerung in und um Konzentrationslager wie Mauthausen ist mehr traumatisiert durch den Krieg als andere Gegenden. Traumatisierte Zivilpersonen sind an Gewalt gewöhnt und erziehen ihre Kinder dementsprechend . Kinder und Jugendliche, die Gewalt in der Familie erfahren haben, greifen vermehrt zu Alkohol und Drogen. Das Ganze ist eine logische Ursachen-Folge-Rechnung. Der Kreislauf von Gewalt und Krieg ist unbedingt zu stoppen. „Wehret den Anfängen…“

  2. Das ist leider schon wahr.
    Bisher wurde das „Festival“ auch großzügig vom Land OÖ unterstützt – nachdem es diese Subventionierung aber nicht mehr geben wird, kam es nun zu diesem Antrag …. schließlich wird Wagner hier noch „unverfälscht“ geboten – siehe auch: http://www.ente.me/img/eo_02.jpg


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