Kulturelle Schubumkehr?

01Apr12

Im Rahmen des BürgerInnen-Beteiligungsprojekts Innenstadtagenda 21 fand im Mai 2011 die erste – und durchwegs erfolgreiche – Welser Kulturkonferenz statt. Die Weiterführung wurde bisher nur angekündigt, während andere Agenda-Projekte bereits abgeschlossen sind oder kurz vor der Umsetzung stehen.
Was steht der kulturellen Weiterentwicklung im Weg?

Die Absicht des Organisationsteams der Kulturkonferenz mit Elke Oberleitner, Stefan Haslinger, Peter Kowatsch und Boris Schuld war es, Kulturschaffenden, KünstlerInnen und dem interessierten Publikum Raum für Austausch zu schaffen, aber auch, gemeinsam an der kulturellen Weiterentwicklung der Stadt Wels zu arbeiten. So wurden am ersten Konferenztag Diskussionen, Referate und ein buntes Rahmenprogramm geboten, am zweiten Tag wurden in vier Workshops die Themen „Kulturentwicklung in der Innenstadt“, „Gemeinsame Vermarktung / Wels die Kulturstadt“, „Interkulturalität als Thema in der Kulturarbeit“ und „Generationen“ beleuchtet.

Das Ergebnis der Workshops war eine Vielzahl an Ideen, die einer intensiveren Auseinandersetzung bedürfen, aber auch konkrete Vorschläge, die in Anwesenheit der Verantwortlichen der Stadt Wels im Rahmen der Konferenz präsentiert wurden.

Zweifellos bietet Wels kulturell einiges. Eine große Anzahl an Kunst- und Kulturinitiativen ist hier aktiv und nicht wenige sind weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Was jedoch fehlt, ist nicht nur eine klare Positionierung der Stadt, sondern auch Visionen und Entwicklungspotenziale.

Ein weiteres Manko ist die Sichtbarkeit der kulturellen Vielfalt. So wurde der Wunsch nach besserer Kommunikation nach außen – Stichwort „Kulturmarketing“– laut. Aber nicht nur Positionierung und Vermarktung, sondern auch Ideen punkto Zusammenarbeit und Vermittlung wurden erarbeitet. Neben neuen Formen des Miteinanders sollen aber auch neue Räume – ohne vordergründige Zuschreibung – geschaffen werden.

Das Organisationsteam war seit der Kulturkonferenz alles andere als untätig. So wurde bereits im Herbst ein fertiges Konzept für vier Folgeveranstaltungen vorgelegt. Der Umsetzung steht eigentlich nichts im Weg, doch die Art der Finanzierung ist umstritten: So sollen die Mittel nicht zur Gänze aus dem dafür vorgesehenen Agenda-Budget, sondern zur Hälfte aus dem Kultur-Budget bereitgestellt werden. Das hätte zur Folge, dass diese Mittel anderswo im Kulturbereich eingespart werden müssten. Das Organisationsteam hat diese Vorgehensweise Anfang des Jahres kritisiert – bisher jedoch ohne Rückmeldung. Für das Team ist aber klar:  „Die kulturelle Entwicklung der Stadt Wels darf nicht zu Lasten jener stattfinden, die zu eben dieser kulturellen Entwicklung beitragen!“

Veröffentlicht: Wels im Bild 02/2012 – April 2012

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